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Yoga in Indien

Das war wirklich eine ganz besondere Zeit… Im Februar war ich zwei Wochen in Indien. Die erste Woche habe ich bei Matthias Yogaurlaub mitgeübt, mir das wunderschöne Resort angesehen, das unglaubliche Buffet genossen und inspirierende Menschen aus aller Welt am Strand kennen gelernt. Ich habe mich viel mit Matthias ausgetauscht und werden den Urlaub 2019 gemeinsam unterrichten, da sich unsere Unterrichtsstile sehr gut ergänzen. Ich freue mich wahnsinnig darauf. So wie ich die Gruppe erlebt habe, entsteht durch das Reisen schon eine tolle Herausforderung und der Yoga hilft dabei, diese zu meistern und sich mit ungewohnten Situationen und den eigenen Reaktionen darauf auseinander zu setzen. Und wenn diese dann gemeistert sind, entsteht diese Freiheit und Kraft in den Menschen, sich viel mehr zuzutrauen und das Leben zu genießen mit all den Unsicherheiten und Abenteuern. Hast du Interesse nächstes Jahr mitzukommen, dem Winter ein bißchen zu entfliehen und ganz gezielt yogisches Werkzeug für Körper und Geist zu lernen, dann schreib mir gerne eine kurze Mail an om@yoganika.de

Alles in allem war es ein sanfter Einstieg in das Land. Alles bestens organisiert und einfach so schön, dass man sich gut erholen kann. Danach bin ich weiter gezogen nach Hampi, eine riesige alte Tempelanlage. Damals Hauptstadt eines Imperiums, das ganz Süd-Indien umfasste. Heute 28km2 Ruinen alter Tempel, Bäder, Elefantenställe, Paläste… und ein kleines Dorf, das Touristen und auch viele Pilger beherbergt und dann der immer noch aktive Shiva-Tempel, aus dem unaufhörlich Gebete erschallen.

Hier ein kleiner Reisebericht:
„Hampi im Februar abends im Dunkeln irgendwann gegen 21 Uhr: Ich bin durch das Tor in den Virupaksha-Tempel geschritten durch den hohen Turm, habe meine Schuhe im Vorhof ausgezogen und mich im Innenraum auf die Treppe gesetzt um zu beobachten und zu lauschen… Es ist warm und immer noch sind viele Pilger unterwegs oder Menschen, die hier übernachten, ich weiß es nicht genau. Familien mit Kindern haben es sich auf dem Boden gemütlich gemacht oder in der Säulenhalle nebenan, die Frauen alle in bunten Saris. Ich kann kaum beurteilen, ob sie auf der Straße leben, für mich sehen die alle sehr gepflegt und wunderschön aus.
Die Priester winken dich in das Heiligste herein, fragen nach 10 Rupien und schmieren dir ein Bindi auf die Stirn. Mehr Handel als Religion irgendwie. Aber vielleicht tut ein wenig Pragmatik der Religion auch gut.

Der Himmel wirkt irgendwie gelblich von den Scheinwerfern, die auf den Tempel gerichtet sind. Das macht die Nacht so unwirklich. Dazu kommt die Musik, die eigentlich den ganzen Tag aus dem Turm hallt. Doch jetzt stimmt eine Liveband an, erinnert mich fast an schepprigen Charleston. Bis die Bläser einsetzen.

Hampi lädt dich auf 28qkm ein, die heiligen Tempel eines Imperiums aus dem 14. Jahrhundert zu bestaunen. Filigrane Torbogen wie Lotusblätter geformt für die Prinzessin, Bäder aus schwarzem schlichten Stein in geometrischer Anordnung, Rundbogen und Zwiebeldächer für die Elephantenställe und viele viele Säulenhallen, die das Licht unglaublich brechen und durch die hindurch das nächste Wunder bald zu bestaunen ist. Reliefe an den Wänden zeugen von der Ramayana, einem jedermann bekannten Epos: Die Geschichte Ramas, der seine geliebte Sita retten will, und dem dabei die Affenarme und Hanuman, der Affengott, dienlich waren. Immer wieder findet man Yogaposen oder tänzerische Haltungen bei den abgebildeten Figuren.

Und zwischen der trockenen Landschaft in ihrer Weite, den aberwitzigen Felsformationen: der große ruhige Fluß, Thungabhadra, der sich durch die Landschaft voller riesiger, steiniger Kiesel gräbt. In ihm baden die Pilger, bevor sie in den Tempel gehen. Jeden Morgen wird dort auch Lakshmi, der Tempelelefant, geschrubbt. Weiter draußen kann man mit einem kleinen, runden Korb-Boot, das wohl schon die Portugiesen nutzen, an die andere Seite übersetzen. Ich bin nicht damit gefahren, es war tagsüber einfach immer zu heiß und wo kommt man drüben an… ein weiteres, unendliches Gebiet voller Tempelruinen?
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Wie die Bürokratie uns beschränkt

Yoga ist gefährlich! Ja, man kann sich verletzen, wenn man zu ungeduldig, mit zu hohen Erwartungen und Ehrgeiz übt! Wenn man noch nicht weiß, worauf es ankommt oder wie man sich so ausrichtet, dass man die schwächeren Glieder des Körpers schützen kann. Darum braucht es Zeit, Übung und vielleicht ein Hilfsmittel.

Es gibt aber großartigen Nutzen durch das Üben der Asanas, auch der fortgeschrittenen:
Man kommt an Bereiche des Körpers, die sonst ungeachtet, zu schwach oder zu verspannt vor sich hinvegetieren. Organe werden massiert und frisch durchblutet, wenn man die äußere Hülle der Knochen, Gelenke und Muskeln soweit beweglich gemacht hat, dass man auch tiefer in die Haltungen gehen kann.
Die Psyche wird aufgeheitert, wenn man eine komplexe Haltung endlich bewältigt. Der Geist beruhigt, weil man sich so konzentrieren muss, um die Haltung einzunehmen und zu bewahren. Das Gespür für den eigenen Körper wird feiner und feiner, indem man zu immer tieferen Schichten vordringt. Das Ego gedämpft, wenn man gelernt hat, mit seinen Schwächen geduldig umzugehen.

Die Krankenkassen-Anerkennung bekommen jetzt nur noch Kurse, die keine Umkehrhaltungen mehr üben! Kein Kopfstand, kein Schulterstand, keinen Pflug!
Diese Haltungen helfen das Nervensystem auszugleichen. Natürlich nicht in der ersten Stunde, natürlich brauchen die Schüler Wissen, um starke Körperbereiche zu nutzen, um die feineren Strukturen des Nackens zu schützen! Aber dann sollten sie mit guter Anweisung und einer Erhöhung unter den Schultern möglichst bald den Schulterstand erfahren und lernen.

Wir sind nicht alle von Grund auf krank! Unser Körper kann Sachen! Er ist fähig Herausforderungen zu meistern, zu lernen! Manchmal lernt er durch Verletzungen. Meistens genügt aber beständiges Wiederholen und Üben und das Wissen, um die eigenen Schwächen und Stärken.

Die meisten meiner Kurse sind noch vor dieser neuen Regelung anerkannt worden. Für die beiden neuen Kurse stellt sich nun die Frage, wie wichtig ist meinen Schülern der Zuschuss der Krankenkassen und will ich auf die wesentlichen Übungen verzichten!? Was macht die Bürokratie aus uns? Was macht die Angst aus uns?
Ich habe bereits von Studios gelesen, in denen Kopf- und Schulterstand komplett untersagt sind. Damit sich niemand verletzt.
Was machen wir aus dieser uralten Tradition? Sind wir so voller Angst? Niemand MUSS die Umkehrhaltungen machen, wenn er nicht kann. Selbstverantwortung ist ein großes Thema und Verletzungen sollen auch ernst genommen werden. Aber wenn dies heißt alle Gesunden auch zu bremsen? Gruppenunterricht ist immer ein Kompromiss, aber in diesem Maße geht es mir zu weit.

Spätere Ergänzung: Die Gruppen, selbst die Anfänger, verzichteten auf die Bezuschussung und wollen Kopf- und Schulterstand üben!

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Krankenkassen-Bezuschussung

Krankenkassen-Anerkennung

Endlich auch werden alle meine Kurse bei Yoga West von den Krankenkassen bezuschusst! Grund dafür war nicht der Abschluß meiner zweiten Ausbildung, sondern eine Änderung in den Regeln der Krankenkasse und danach aufwändiger Papierkram.
Wer also regelmäßig am Kurs teilnimmt, erhält am Ende des Kurses eine Bestätigung und kann diese einreichen. Je nach Krankenkasse werden bis zu 80% zurück gezahlt.
Die Krankenkassen nehmen aber an, dass man die Inhalte verinnerlicht hat nach einem oder zwei Kursen und dann zu Hause weiter übt. Wenn die wüssten, dass Yoga ein lebenslanger Prozess ist… Also erstatten sie nur alle paar Jahre die Kosten zurück. Erkundigt euch am besten bei eurer Krankenkasse, die Regelungen sind unterschiedlich und es könnte sich lohnen, die Kasse zu wechseln.

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Yoga Expo Stuttgart 12. – 15. April 2012

Zum Start der Yogamesse unterrichte ich einen kleinen Workshop zum Thema “Körper, Sinne und Geist beruhigen
– regeneratives Üben mit Polsterrolle“

Alle sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen unter:
http://www.yogaexpo.de/

Beruhigende Asanas werden gestützt durch eine Polsterrolle länger gehalten, um die Ruhe der Haltung von außen nach innen zu bringen. Bei einer regelmäßigen Praxis fördert dies die Fähigkeit zu entspannen. Wir üben Pratyahara, das Zurückziehen der Sinne, durch Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen. Nervensystem und Geist können auf diese Weise lernen sich zu beruhigen.
Die regenerative Übungspraxis hat tiefe, therapeutische Wirkungen und wird vor allem empfohlen zur Rekonvaleszenz, bei hohem Blutdruck, Stress oder Burn-out und während der Menstruation. Sie ist eine wunderbare Ergänzung zur aktiven Yogapraxis. Die verwendeten Hilfsmittel werden bei www.yogamanufaktur.de vorrangig regional und mit Sorgfalt gefertigt.

Es sind nur begrenzt Polsterrollen verfügbar, alle weiteren Teilnehmer werden dennoch herzlich eingeladen zur Ruhe zu kommen – ob mit oder ohne Hilfsmittel.

Anika unterrichtet Yoga in der Tradition nach Iyengar unter anderem bei Yoga West Stuttgart www.yogawest.de. In ihrem Unterricht fördert sie Selbstverantwortung und Freude am Üben. Von ihr stammt das Buchobjekt „Wortfluss“, das ca. 120 Umschreibungen für Menstruation und Collagen humorvoll bis tabulos darstellt. www.yoganika.de

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Wortfluss — Buchobjekt über Menstruation

Menstruation

Was unsere Sprache alles über uns verrät… Auch schon in früheren Zeiten wurden Umschreibungen, Euphemismen, für Heiliges, Böses oder Tabuisiertes benutzt. Zum Beispiel um den Namen Gottes durch zu häufigen Gebrauch nicht abzunutzen oder um Tod oder Teufel nicht herbeizurufen. Sensenmann, Gevatter Tod, Belzebub …

Aus der Vielfalt der Umschreibungen für Menstruation kann man die starke Tabuisierung herauslesen. Ich fand in ausgedehnter Recherche 120 Umschreibungen im Deutschen, noch mehr im Englischen… Rote Tante, Besuche haben, Russen im Dorf, Erbsünde, Piratenwoche, Erdbeerwoche und viele mehr…

Viel Aberglaube hat sich lange aufrecht gehalten. Viele moderne Frauen wurden überhaupt nicht aufgeklärt, sie wurden mit ihrer Angst und Unsicherheit allein gelassen. Oder aber ihnen wurde die erste Menstruation als eine lebenslange Bürde vorgestellt. Ist es da ein Wunder, dass die Menstruation auch als Erwachsene als eine schmerzhafte und lästige Zeit empfunden wird?

Das Buchobjekt ,Wortfluss‘ listet die Umschreibungen, die teils aus der Religion, teils aus der Natur oder sogar der Politik kommen, auf und kombiniert sie mit teils humorvollen, teils tabulosen Collagen.
Auf der Rückseite wird kurz die Geschichte der Menstruation dargestellt, was uns schnell klar macht, woher all die negativen Bilder kommen.

Damit wir uns davon lösen können und neue Eindrücke gewinnen, gibt es am Ende auch einen positiven Zugang. Die Menstruation als Teil des Lebens, Zeichen eines gesunden weiblichen Körpers und hilfreiche Zeit des Rückzugs.

Das Buch ist eine Sonderauflage und wird auf Anfrage an mail@rote-tante.de gefertigt. Mehr Bilder unter http://www.rote-tante.de/Referenzen/Seiten/Buchobjekt.html

Es gibt auch eine Audio-Collage dazu, die in einer Zusammenarbeit von Harald Hohmann und Anika Gehlert erstellt wurde. Und mit der Hilfe vieler toller Frauen und Männer. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals!