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Wie die Bürokratie uns beschränkt

Yoga ist gefährlich! Ja, man kann sich verletzen, wenn man zu ungeduldig, mit zu hohen Erwartungen und Ehrgeiz übt! Wenn man noch nicht weiß, worauf es ankommt oder wie man sich so ausrichtet, dass man die schwächeren Glieder des Körpers schützen kann. Darum braucht es Zeit, Übung und vielleicht ein Hilfsmittel.

Es gibt aber großartigen Nutzen durch das Üben der Asanas, auch der fortgeschrittenen:
Man kommt an Bereiche des Körpers, die sonst ungeachtet, zu schwach oder zu verspannt vor sich hinvegetieren. Organe werden massiert und frisch durchblutet, wenn man die äußere Hülle der Knochen, Gelenke und Muskeln soweit beweglich gemacht hat, dass man auch tiefer in die Haltungen gehen kann.
Die Psyche wird aufgeheitert, wenn man eine komplexe Haltung endlich bewältigt. Der Geist beruhigt, weil man sich so konzentrieren muss, um die Haltung einzunehmen und zu bewahren. Das Gespür für den eigenen Körper wird feiner und feiner, indem man zu immer tieferen Schichten vordringt. Das Ego gedämpft, wenn man gelernt hat, mit seinen Schwächen geduldig umzugehen.

Die Krankenkassen-Anerkennung bekommen jetzt nur noch Kurse, die keine Umkehrhaltungen mehr üben! Kein Kopfstand, kein Schulterstand, keinen Pflug!
Diese Haltungen helfen das Nervensystem auszugleichen. Natürlich nicht in der ersten Stunde, natürlich brauchen die Schüler Wissen, um starke Körperbereiche zu nutzen, um die feineren Strukturen des Nackens zu schützen! Aber dann sollten sie mit guter Anweisung und einer Erhöhung unter den Schultern möglichst bald den Schulterstand erfahren und lernen.

Wir sind nicht alle von Grund auf krank! Unser Körper kann Sachen! Er ist fähig Herausforderungen zu meistern, zu lernen! Manchmal lernt er durch Verletzungen. Meistens genügt aber beständiges Wiederholen und Üben und das Wissen, um die eigenen Schwächen und Stärken.

Die meisten meiner Kurse sind noch vor dieser neuen Regelung anerkannt worden. Für die beiden neuen Kurse stellt sich nun die Frage, wie wichtig ist meinen Schülern der Zuschuss der Krankenkassen und will ich auf die wesentlichen Übungen verzichten!? Was macht die Bürokratie aus uns? Was macht die Angst aus uns?
Ich habe bereits von Studios gelesen, in denen Kopf- und Schulterstand komplett untersagt sind. Damit sich niemand verletzt.
Was machen wir aus dieser uralten Tradition? Sind wir so voller Angst? Niemand MUSS die Umkehrhaltungen machen, wenn er nicht kann. Selbstverantwortung ist ein großes Thema und Verletzungen sollen auch ernst genommen werden. Aber wenn dies heißt alle Gesunden auch zu bremsen? Gruppenunterricht ist immer ein Kompromiss, aber in diesem Maße geht es mir zu weit.

Spätere Ergänzung: Die Gruppen, selbst die Anfänger, verzichteten auf die Bezuschussung und wollen Kopf- und Schulterstand üben!

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